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Völkermordprozeß ausgesetzt

Guatemala-Stadt. Der laufende Prozeß gegen den ehemaligen guatemaltekischen Diktator Efraín Ríos Montt wegen Massakern an Maya-Ureinwohnern in den Jahren 1982/83 ist wegen Verfahrensfragen am Donnerstag (Ortszeit) annulliert worden. Die Richterin Carol Patricia Flores sagte, dies sei auf Anordnung des Verfassungsgerichts und des Obersten Gerichtshofs wegen anhängiger Verfassungsbeschwerden geschehen. Ein neues Verfahren soll zu einem noch nicht feststehenden Termin stattfinden. Der 86jährige Ríos Montt ist vor dem Gericht in Guatemala-Stadt wegen Völkermords angeklagt. Bei den Massakern sollen in der nördlichen Region Quiche insgesamt 1771 Ixil-Maya getötet worden sein. Der Prozeß ist der erste Versuch einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen während des Bürgerkriegs in Guatemala von 1960 bis 1996.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 20.04.2013, Seite 6, Ausland

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