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Redaktionsgeheimnis Steuersünder

Berlin. Die deutschen Steuerbehörden können sich keine Hoffnungen machen, von deutschen Medien die Unterlagen zur weltweiten Steuerhinterziehung zu erhalten. Die Süddeutsche Zeitung und der Norddeutsche Rundfunk lehnten am Freitag die Bitte des Bundesfinanzministeriums ab, die betreffenden Unterlagen herauszugeben. »Das Redaktionsgeheimnis ist die Grundlage für solche Recherchen«, sagte der Innenpolitik-Chef der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl, der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die zuständigen Behörden hätten genügend eigene Möglichkeiten zur Ermittlung von Steuersündern. Auch ein Sprecher des Norddeutschen Rundfunks äußerte, es würden grundsätzlich keine Rechercheergebnisse weitergegeben. Zudem befänden sich die Daten in der Obhut des Internationalen Netzwerkes für Investigativen Journalismus in den USA, dem sie anonym zugespielt worden waren. (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.04.2013, Seite 5, Inland

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