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NSU-Prozeß: Zeitung Sabah will klagen

Karlsruhe. Der Streit um die Platzvergabe für Pressevertreter im Münchner NSU-Prozeß wird das Bundesverfassungsgericht beschäftigen. Die türkische Zeitung Sabah will eine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einreichen. »Wir werden klagen«, sagte der stellvertretende Chefredakteur Ismail Erel gegenüber dpa am Mittwoch abend in München. Die Beschwerde sei aber noch nicht eingereicht. Im ZDF verwies Erel auf das Grundgesetz und forderte gleiche Grundrechte: »Gerichtsverfahren müssen öffentlich sein, auch für türkischstämmige Mitbürger in Deutschland.« Die Presse- und die Informationsfreiheit müßten auch für die türkischsprachigen Journalisten in Deutschland gelten. Auch die türkische Tageszeitung Hürriyet prüft eine Klage. Vor dem Bundesverfassungsgericht ist bereits eine erste Beschwerde um die Einlaßregelung für Zuschauer eingegangen. (dpa/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 05.04.2013, Seite 1, Inland

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