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Mehr Berufstätigkeit vor allem prekär

Berlin. Unter dem Titel »Ausgewählte Lebenslagen von Frauen in Deutschland« hat das Bundesfamilienministerium am Donnerstag eine ausführliche Antwort auf eine Anfrage von Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag veröffentlicht. Danach ist die Zahl erwerbstätiger Frauen im Alter von 15 bis 65 Jahren zwischen 2000 und 2010 von 15,793 auf 17,633 Millionen gestiegen. Ebenso vergrößert habe sich im gleichen Zeitraum die Zahl der weiblichen ­Selbständigen: von 780000 auf 1,343 Millionen. In Teilzeit seien 2010 demnach 4,979 Millionen Frauen beschäftigt gewesen, 2000 seien es 3,720 Millionen gewesen. In starkem Umfang stieg demnach die Zahl der Leiharbeiterinnen: von 75826 auf 223778. Nach Angaben der Regierung hat sich zwischen 2000 und 2010 die berufliche Qualifikation von Frauen verbessert. So verfügten sie 2010 zu 8,4 Prozent über einen Hochschulabschluß, 2000 waren es nur 5,2 Prozent. Der Anteil von Frauen mit einem Fachhochschulabschluß wuchs von 3,3 auf 4,2 Prozent. Die Quote derjenigen ohne beruflichen Abschluß sank von 30,1 auf 28,4 Prozent.

Die Zahlen zu Leih- und Teilzeitarbeit machen indes deutlich, daß sich die zunehmenden Bildungserfolge der Frauen nicht auszahlen. Brigitte Döcker vom Vorstand des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) verwies am Donnerstag darauf, daß Frauen »nach wie vor in eher schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverhältnissen« stecken. »Viele werden später von ihrer Rente nicht leben können.« (jW)
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Die Anfrage der Linksfraktion und die 84seitige Antwort der Bundesregierung sind im Internet abrufbar: offenesparlament.de/ablauf/17/51107

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.04.2013, Seite 15, Feminismus

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