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Rechter Killer ­verkündet Ausstieg

Berlin. Der seit 16 Jahren wegen Mordes und mehrerer Mordversuche inhaftierte Kay Diesner will kein Neonazi mehr sein. Das sagte er der Berliner Zeitung (Freitagausgabe) in einem unter Aufsicht eines Justizbeamten geführten Telefoninterviews. Zuvor hatte sich der heute 40jährige in einem Schreiben an die Redaktion des Blattes gewandt, in dem er betont, er habe »mit den Denkweisen von damals lange gebrochen«. 1997 hatte Diesner den linken Buchhändler Klaus Baltruschat niedergeschossen, der infolge seiner Verletzungen einen Arm verlor. Vier Tage später erschoß er in Schleswig-Holstein einen Polizisten und verletzte dessen Kollegen schwer. Laut Zeitung hat der Leiter der Justizvollzugsanstalt Lübeck, in der Diesner sitzt, ihm geraten, seinen Ausstieg öffentlich zu machen, da er in der rechten Szene immer noch als Identifikationsfigur und Vorbild gelte. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.02.2013, Seite 5, Inland

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