Zum Inhalt der Seite

Musikrat für Fazil Say

Der Prozeß gegen den renommierten Pianisten und Komponisten Fazil Say wurde am Montag in Istanbul neuerlich vertagt und soll nun am 15. April fortgesetzt werden. Say wird zur Last gelegt, über Twitter den Islam verspottet zu haben. Ihm droht eine Haftstrafe. Die Verhältnismäßigkeit der Anklage wird vom Deutschen Musikrat in einer Erklärung bezweifelt. Das Gremium sieht sich in der Verantwortung, die Presse- und Meinungsfreiheit zu schützen. In Zeiten der zahlreichen und spontanen Wortmeldungen im Social Web sollten Einzeläußerungen wie die inkriminierte mit Augenmaß beurteilt werden. Say war am Montag wegen einer Spanien-Tournee nicht vor Gericht erschienen. Am 9. Februar hatte er in Dresden zusammen mit der Philharmonie begeistert (Schostakowitschs Konzert für Klavier, Trompete und Streicher). Stürmischen Beifall hatte es dort auch nach Says Konzert für Trompete und Orchester op. 31 mit Gabor Boldoczki als Solisten gegeben.

(jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.02.2013, Seite 13, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!