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Neue Verhandlung gegen Vergewaltiger?

London/Riad. Die saudische Königsfamilie hat im Falle eines wegen Vergewaltigung, Folterung und Ermordung seiner kleinen Tochter zu einer kurzen Haftstrafe verurteilten und bereits wieder aus dem Gefängnis entlassenen Predigers interveniert. Wie die britische Zeitung The Independent am Dienstag berichtete, hat das Königshaus verlangt, die Freilassung zurückzunehmen. Das Blatt zitiert eine namentlich nicht genannte Quelle, der zufolge es aus dem Königshaus geheißen habe: »Der Hof beschäftigt sich jetzt mit dem Fall.« Der Prediger werde »für lange Zeit im Gefängnis bleiben«. Das saudische Justizministerium habe eine Erklärung abgegeben, der zufolge der Geistliche wieder in Haft genommen und der Fall erneut verhandelt werden soll.

Im Dezember 2011 wurde die fünfjährige Lama Ghamdi in ein Krankenhaus in Riad gebracht. Sie hatte Verbrennungen, schwere Schädelverletzungen, zahlreiche Knochenbrüche. Die Ärzte stellten zudem fest, daß das Mädchen vergewaltigt worden war. Am 22. Oktober 2012 starb Lama an ihren Verletzungen. Der Täter: Ihr Vater Fayhan Al-Ghamdi, ein islamischer Prediger, der häufig in religiösen Fernsehshows auftrat. Er wurde erst im November verhaftet und Anfang Februar zu drei Monaten Gefängnis und zur Zahlung von 36000 Euro sogenannten Blutgeldes an seine inzwischen von ihm getrennt lebende Frau, die Mutter des Mädchens, verurteilt.
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Menschenrechtsaktivisten riefen über Twitter zu einer Kampagne für ein Gesetz auf, das Gewalt gegen Frauen und Kinder unter strengere Strafe stellt. Die Aktion nennt sich »Ana Lama« – »Ich bin Lama« (#AnaLama).

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 15.02.2013, Seite 15, Feminismus

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