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Erinnerung an Wilhelm Trollmann

Berlin. Am morgigen Donnerstag (20 Uhr, Galerie Kai Dikhas, Prinzenstr. 85 D, »Aufbau Haus«) wird in Berlin an das Leben und Wirken des Boxers Johann Wilhelm Trollmann erinnert. Der in Hannover geborene Trollmann gehörte während der Weimarer Republik zu den bekanntesten und beliebtesten Boxern in Deutschland. Der Sinto hatte am 9. Juni 1933 einen Kampf gegen Adolf Witt um die Meisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen, was aber nicht anerkannt wurde. Vielmehr warf der Boxverband ihm »undeutsches Instinktboxen« vor. Zu seinem letzten großen Kampf 1933 gegen den späteren Europameister Gustav Eder erschien Trollmann aus Protest gegen die rassistischen Schikanen mit blond gefärbten Haaren und weiß gepuderter Haut im Ring und ließ sich ohne jegliche Gegenwehr über insgesamt fünf Runden von seinem Gegner blutig prügeln. 1935 wurde er aus dem Boxverband ausgeschlossen, zum Dienst bei der Wehrmacht gezwungen und 1941 an der Ostfront verwundet. Noch im selben Jahr wurde er im KZ Neuengamme interniert, in dem er gezwungen wurde, den Aufsehern Boxunterricht zu erteilen, bis er am 9. April 1943 von ihnen ermordet wurde.

Bei der morgigen Veranstaltung in Berlin werden Trollmanns Großneffe Manuel und seine Tochter Rita Vowe anwesend sein. (jW/bern)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.02.2013, Seite 15, Antifaschismus

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