Zum Inhalt der Seite

Gegen Geschäfte mit der Reproduktion

Berlin. Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe »Kritische Feministinnen« und des Gen-Ethischen Netzwerks wollen am heutigen Freitag vor dem Bundesratsgebäude in der Leipziger Straße in Berlin gegen die anstehende Verabschiedung der Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zur Präimplantationsdiagnostik (PID) protestieren. Zugleich haben sie die Ländervertreter in einem schriftlichen Appell aufgefordert, der Verordnung nicht zuzustimmen.

Mit der Regelung werde der mit dem Präimplantationsgesetz gefundene Konsens ignoriert, daß die PID nur in begründeten Einzelfällen erlaubt werden soll, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Initiativen. Statt dessen interpretierten die Autoren der Verordnung das Gesetz marktliberal und würden damit vor allem der Lobby der Reproduktionskliniken und deren Geschäftsinteressen gerecht.

Die Protestierenden wenden sich prinzipiell dagegen, »zwischen lebenswert und nicht lebenswert zu unterscheiden – auch in der Petrischale«. Dies sei für sie mit dem Recht von Frauen auf Selbstbestimmung und auf Abtreibung vereinbar. Die PID erspare Frauen und Ärzten auch nicht, wie behauptet, das ethische Dilemma eines späteren Schwangerschaftsabbruchs, denn sie garantiere keine gesunden Kinder. (jW)

www.gen-ethisches-netzwerk.de
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2013, Seite 15, Feminismus

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!