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Suhrkamp-Soap

Im Kampf der Gesellschafter um den Berliner Suhrkamp Verlag hat der Autor Peter Handke eingegriffen und den Mitgesellschafter Hans Barlach als »Unhold« bezeichnet. Barlach handele als »ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser!« schrieb Handke in einem vorab veröffentlichten Beitrag für die Zeit. Zugleich machte er Barlach ein Friedensangebot. Dieser solle sich mehr um das literarische Werk seines Großvaters Ernst Barlach bemühen. Für diesen Fall kündigte Handke an, Ernst Barlachs Drama »Der blaue Boll« aus dem Deutschen in andere Sprachen zu übersetzen.

Barlach streitet mit der Suhrkamp-Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz, die laut einem von ihm erwirkten Beschluß des Landgerichts Berlin abberufen werden muß. Beide wollen sich gegenseitig aus der Verlagsgesellschaft drängen. Prominente Autoren wie Peter Sloterdijk, Hans Magnus Enzensberger und Uwe Tellkamp haben sich hinter Unseld-Berkéwicz gestellt.
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Wie die FAZ (Dienstagausgabe) berichtete, soll der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann im Konflikt um den Suhrkamp Verlag vermitteln. Die Familienstiftung habe Naumann als Mediator bestellt. Nach der Einschätzung Naumanns bestehen »Mißverständnisse auf beiden Seiten«. Er wolle den Verlag erhalten: »Niemand will, daß der Verlag liquidiert wird«. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 19.12.2012, Seite 13, Feuilleton

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