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Fast klassisch

Fragt ein in die Jahre gekommener Witz: Was passiert, wenn du ein Akkordeon in den Colorado River wirfst? Keiner antwortet, also muß er selber auflösen: Nicht viel, aber es ist ein Anfang. Jetzt auch des Albums »Kill your Babies«. Das beginnt tatsächlich damit, daß ein Schifferklavier seine eigene Seebestattung etwas in die Länge zieht. Danach wird es »fast klassisch, Klavier, Cello…«, so Komponist Malakoff Kowalski. Nach vier Filmscores für Klaus Lemke hat er sich auf »Musik für einen unbekannten Film« verlegt. Der Albumtitel ist von Maxim Biller, der in den Liner Notes verspricht: »Je öfter man diese zarten Klavier- und Gitarrenmelodien hört, desto mehr fühlt man unsere Gegenwart, so wie sie wirklich ist, jenseits von Privatfernsehen, transatlantischen Flügen und Internet.« Als Biller »Kill your Babies« vorschlug, fand er in der Erinnerung Kowalskis, »daß ich zu laut war und zu nah an sein Gesicht herankam«. Das hat der Komponist in seinen Klassik-Update-Miniaturen noch berücksichtigt. (jW)

Malakoff Kowalski: »Kill your Babies« (Buback/Indigo/Finetunes), Albumpremiere heute, 22 Uhr, Themroc, Torstr. 183, Berlin-Mitte
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.10.2012, Seite 13, Feuilleton

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