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Stehender Seehund

Vom Griesgram zum Fantastilliardär – in der aktuellen Ausgabe von Forschung Frankfurt, dem Gratis-Magazin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität hat der Jugendbuchforscher Bernd Dolle-Weinkauff die Entwicklung von Dagobert Duck zur »Stehenden Figur« in den Disney-Comics untersucht. Eine »Stehende Figur« tritt in Comics mit ihren stets gleichen Stärken und Schwächen auf. Die 1944 vom Zeichner Carl Barks ersonnene reichste Ente der Welt wechselte in der Frühzeit sprunghaft ihre Rollen zwischen liebem Opa und skrupellosem Kapitalisten. Den Zustand der Vollkommenheit als »Stehende Figur« erreichte Dagobert Duck erst, als Geld für ihn den Reiz als Tauschwert verliert, und er es nur noch anhäuft, um darin rituell zu baden und auszurufen: »Es ist mir ein Hochgenuß, wie ein Seehund hineinzuspringen und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen und es in die Luft zu schmeißen, daß es mir auf den Kopf prasselt!«

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.10.2012, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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