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Brauner V-Mann ­»Thüringer Problem«

München. Der frühere Präsident des bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Gerhard Forster, hat am Dienstag im Untersuchungsausschuß des Landtags zum Neonaziterror betont, seine Behörde habe keine Fehler gemacht. Der Verfassungsschutz im Freistaat habe von seinen V-Leuten keine Informationen über die Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) bekommen, sagte Forster. Er habe jedoch gewußt, daß der 1997 in Coburg ansässige Neonazi Tino Brandt, der dort den »Fränkischen Heimatschutz« initiiert hatte, ein V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes war. Eine solche »Steuerungsperson« der rechten Szene hätte das bayerische Landesamt nie als Quelle geführt, betonte Forster. Er habe vom damaligen Thüringer Amtschef Helmut Roewer verlangt, daß Brandt seine Aktivitäten in Bayern einstelle. Brandt, der das NSU-Trio aus Jena kannte, sei ein »Thüringer Problem« gewesen.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 10.10.2012, Seite 2, Inland

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