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Österreich: Empörung über Aussagen

Wien. Ein Politiker in Österreich hat mit Aussagen über die slowenische Minderheit in Kärnten für Entrüstung gesorgt. »Man hat den Eindruck, daß in Kärnten mehr Slowenen als richtige Kärntner leben«, sagte der Finanzlandesrat von Kärnten, Harald Dobernig, einem Bericht der Kleinen Zeitung vom Sonntag zufolge auf einer Veranstaltung. Es wirke wie eine »Einstiegsdroge« für die Kärntner Slowenen, daß nach jahrzehntelangem Streit 164 zweisprachige Ortsschilder aufgestellt worden seien. Mit Blick auf eine Zehn-Euro-Sondermünze, auf der neben »Kärnten« auch der slowenische Name »Koroska« steht, sagte Dobernig, »Kärnten ist nicht zweisprachig«. Der slowenische Botschafter in Wien, Aleksander Gerzina, sagte der Tageszeitung Die Presse vom Montag, diese Aussagen machten ihn »sprachlos«. »Dobernig und seine Kampftruppe verbreiten das Gedankengut einer Massenbewegung, die in den 30er Jahren erfolgreich war.«

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 09.10.2012, Seite 6, Ausland

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