Stuttgart. Bereits drei Jahre vor der Pleite seiner Drogeriemarktkette soll Firmengründer Anton Schlecker einem Bericht des Spiegel zufolge um die drohende Zahlungsunfähigkeit gewußt und sie billigend in Kauf genommen haben. Angesichts der schon 2008 und 2009 dramatisch einbrechenden Umsätze habe Schlecker erkannt, »daß die Zahlungsunfähigkeit drohte«, zitierte das Magazin am Sonntag aus Unterlagen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Sie hatte Mitte Juli Wohn- und Geschäftsräume der Familie Schlecker und zehn weiterer Verdächtiger durchsuchen lassen. Die Staatsanwälte kritisierten laut Bericht auch die »besondere Art der Unternehmensfinanzierung«: Schlecker hatte demnach außergewöhnlich lange Zahlungsfristen, der Erlös aus bereits verkaufter, aber noch nicht bezahlter Ware diente zur Unternehmensfinanzierung. Dies sei eine Art »Schneeballsystem« gewesen. (AFP/jW)
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