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Minister sieht sich nicht in der Pflicht

Berlin. Das Gesundheitsministerium sieht keinen Anlaß, an den Regeln zur Vergütung von freiberuflichen Hebammen etwas zu verändern. Ein Sprecher von Minister Daniel Bahr (FDP) sagte am Mittwoch in Berlin, Krankenkassen und Hebammen müßten zunächst ihre Honorarverhandlungen abschließen. Die Regierung sei den Geburtshelferinnen weit entgegengekommen, erklärte der Sprecher. So sei auf Wunsch ihrer Verbände die frühere feste Vergütung in eine Verhandlungslösung überführt worden. Das Ministerium habe weder auf die Höhe der Honorare noch auf die der Versicherungsprämien Einfluß.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Hebammen am Dienstag neue Gespräche über die extrem verteuerte Berufshaftpflicht in Aussicht gestellt. Das erste Treffen solle mit Kanzleramtschef Ronald Pofalla stattfinden. Es sei gemeinsames Ziel, Hebammen als Berufsgruppe zu erhalten, sagte Merkel. Zum 1. Juli waren die Prämien, die Hebammen für ihre Haftpflichtversicherung zahlen müssen, erneut um fast 15 Prozent auf mehr als 4200 Euro pro Jahr gestiegen. Der durchschnittlichen Jahresumsatz einer Hebamme liegt bei 24000 Euro. (Reuters/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 06.07.2012, Seite 15, Feminismus

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