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Sensor für zehn Kilo Krebse

Ein kanadisch-US-amerikanisches Forscherteam hat bei der Untersuchung toter Furchenwale ein bisher unbekanntes Sinnesorgan entdeckt. An der Unterkieferspitze steuert dieser Sensor die komplexen Bewegungen der Kiefer und Muskeln bei der Nahrungsaufnahme. Erst dieses Sinnesorgan habe wahrscheinlich die Entstehung der größten Wirbeltiere, der Blauwale, ermöglicht, schreiben die Forscher im Fachmagazin Nature. Furchenwale, zu denen neben Blau- und Buckelwalen auch Finn- und Minkwale gehören, filtern ihre Nahrung – meist kleine Krebse und Fische – aus dem Meerwasser. In kurzer Zeit pumpen sie gewaltige Mengen in ihren dehnbaren Rachenraum. »Beim Finnwal dauert dieser Prozeß nur rund sechs Sekunden«, schreiben Nick Pyenson von der Smithsonian Institution in Washington und Kollegen. In dieser Zeit nehme der Wal 80 bis 90 Kubikmeter Meerwasser auf – oft mehr als sein eigenes Volumen. Durch Filtersiebe wird das Wasser zurückgepreßt. Bis zu zehn Kilo Beute bleiben pro Durchgang in den sogenannten Barten hängen. »Der Wal muß seine Kiefer verdrehen, die Zunge zurückklappen und die Kehlfalten an der Unterseite des Mauls ausdehnen«, sagt Pyenson. Das Sinnesorgan erkläre, wie der Wal den Prozeß koordiniere. (dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.05.2012, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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