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Freispruch nach rassistischen Parolen

Von Christin Jänicke
Bernau. Das Amtsgericht Bernau (Brandenburg) hat am Donnerstag einen 19jährigen Bernauer Fußballspieler vom Vorwurf der rassistischen Beleidigung freigesprochen (jW berichtete am 20. April auf Seite 16). Der junge Abiturient war angeklagt, am 12. März 2011 Ibraimo Alberto, den damaligen Ausländerbeauftragten der Stadt Schwedt, und dessen Sohn nach einem Fußballspiel rassistisch beschimpft zu haben. Die Worte »Neger, geh nach Hause« und »Ich schlag dich tot« sollen dabei gefallen sein. Nach Ansicht der Richter war jedoch nicht abschließend feststellbar, ob der Angeklagte für diese Parolen verantwortlich sei. Viele der vernommenen Zeugen gaben an, keine rassistischen Beleidigungen gehört zu haben.

Ibraimo Alberto hat im vergangenen Jahr die Stadt Schwedt verlassen, da er eigenen Angaben dort jahrelang rassistische Beschimpfungen und Bedrohungen erleben mußte.
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Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2012, Seite 4, Inland

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