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Prozeßbeginn gegen drei ranghohe Mitglieder der Roten Khmer

In Phnom Penh ist am Montag der Prozeß gegen die drei ranghöchsten noch lebenden Mitglieder des Rote-Khmer-Regimes in Kambodscha eröffnet worden. Damit wurden die Einwohner des Königreichs mit dem wohl tragischsten Abschnitt ihrer jüngeren Geschichte konfrontiert. Schätzungen gehen davon aus, daß in den vier Jahren zwischen 1975 und 1979 rund 1,7 Millionen Menschen hingerichtet wurden oder an den Folgen von Hunger, Erschöpfung oder mangelnder Gesundheitsversorgung starben.

Richter Nil Nonn verlas vor dem von den UN unterstützten Tribunal die Namen der drei mittlerweile über 80 Jahre alten Angeklagten, denen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermord, Totschlag und Folter vorgeworfen werden. Neben dem früheren Chefideologen Nuon Chea und Exstaatschef Khieu Samphan wird dem einstigen Außenminister Ieng Sary der Prozeß gemacht. Dessen ebenfalls angeklagte Ehefrau, Exsozialministerin Ieng Thirith, wurde in der vergangenen Woche wegen Alzheimers für nicht verhandlungsfähig erklärt.
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»Dies ist das erste Mal, daß sich die Führungsriege der Roten Khmer einem Prozeß stellen muß«, sagte die Anwältin vom unabhängigen Dokumentationszentrum für Kambodscha, Anne Heindel. Zwei Drittel der heutigen Bewohner des Landes waren noch nicht auf der Welt, als die Schreckensherrschaft der Roten Khmer endete.

(dapd/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 22.11.2011, Seite 6, Ausland

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