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Keine harmlosen Mitläuferinnen

Frankfurt/Main. Mit einem offenen Brief hat sich das Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus an der Fachhochschule Frankfurt am Main insbesondere an die Medien gewandt. Darin wird an der Berichterstattung über das rechtsterroristische Netzwerk »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) kritisiert, daß die festgenommene Beate Zschäpe vielfach vorschnell als unpolitische Mitläuferin dargestellt werde. Nach allem, was man über die Frauen in der Szene wisse, seien sie in der Regel aktiver Teil der Bewegung, ihr Menschenbild sei nicht weniger rassistisch als das ihrer »Kameraden«, betonen die Sozialwissenschaftlerinnen Michaela Köttig und Rena Kenzo in ihrem Schreiben. Die Wahrnehmung von Neofaschistinnen nur als »sexualisierte Anhängsel« präge auch die Arbeit des Verfassungsschutzes. Dies könne dazu beigetragen haben, daß mutmaßliche Täterinnen und Täter so lange unbehelligt geblieben sind.

(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.11.2011, Seite 15, Feminismus

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