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Nach der Party

Die Popband R.E.M. hat sich aufgelöst. »Ein weiser Mann sagte einmal: ›Beim Besuch einer Party kommt es darauf an zu wissen, wann es Zeit ist zu gehen‹«, erklärte Frontman Michael Stipe am Mittwoch auf der Website der Band. Nach einer ähnlichen Empfehlung soll man eine Party verlassen, wenn es am schönsten ist.

Diesen Zeitpunkt hat die Band definitiv verpaßt. Gegründet wurde sie 1980 im US-Bundesstaat Georgia. Neben Stipe bestand sie aus dem Bassisten Mike Mills, dem Gitarristen Peter Buck und dem Drummer Bill Berry, der 1997 aus gesundheitlichen Gründen ausstieg. Zwei Jahre nach der Gründung schafften es R.E.M. mit einem eigentümlichen Folk-, Punk- und Rockgemisch erstmals in die College Radio Charts. 1987 erschien das Erfolgsalbum »Document« mit den Hits »The One I Love« und »It’s The End Of The World As We Know It (And I Feel Fine)«. Im folgenden Jahr ließ die Band sich vom Major-Label Warner unter Vertrag nehmen und verlegte sich vollends auf melancholischen Plastikpop. 1991 folgten die Superhits »Losing My Religion« und »Shiny Happy People«. Der Höhepunkt der eigentlichen Party war bereits vorbei. In den verbliebenen zwei Jahrzehnten wurden R.E.M. zu Wegbereitern der Political Correctness, traten für Gleichberechtigung, Frieden, Umwelt- und Tierschutz ein. Dankenswerterweise protestierte Stipe allerdings auch vehement gegen die Kriege im Irak und in Afghanistan. Daß Insassen in Guantanamo mit seinen Liedern gefoltert wurden, nahm er sehr persönlich. Folgender Auszug von Stipes Abschiedserklärung kann als künstlerisches Programm der Band in Erinnerung bleiben: »Alle Dinge müssen enden, und wir wollten es richtig machen.« (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.09.2011, Seite 12, Feuilleton

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