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Kurdische Partei verurteilt Anschläge

Ankara. Die Guerilla der Arbeiterpartei Kurdistans PKK hat am Mittwoch jede Verantwortung für einen Anschlag zurückgewiesen, bei dem am Dienstag in Ankara drei Menschen getötet und 15 weitere verletzt wurden. Bei zwei Angriffen von Unbekannten auf türkische Polizeischulen in den kurdischen Städten Siirt und Bitlis wurden unterdessen vier Zivilistinnen und ein Polizeischüler getötet. Guerillakämpfer der PKK hätten in Siirt in der Nacht zu Mittwoch einen mit Frauen besetzten Kleinbus für einen Zivilpolizeiwagen gehalten, mutmaßt die Tageszeitung Hürriyet Daily News. Die Vorsitzenden der prokurdische Partei für Frieden und Demokratie BDP, Selahattin Demirtas und Gultan Kisanak, verurteilten am Mittwoch die »Anschläge in Ankara und Siirt auf das Recht auf Leben« und forderten von den dafür Verantwortlichen zu ermitteln. Notwendig sei ein verstärkter Einsatz für eine friedliche Lösung der kurdischen Frage.

In der Nacht zum Mittwoch wurden auch zwei deutsche Menschenrechtsaktivisten in ihrem Hotel in der kurdischen Stadt Van vorübergehend festgenommen und stundenlang verhört. Der Mitarbeiter einer linken Bundestagsabgeordneten Martin D. und medico-international-Mitarbeiter Martin G. gehören zu einer Delegation, die Ende letzter Woche Anzeige wegen der Tötung der deutschen Internationalistin Andrea Wolf durch die türkische Armee in Jahr 1998 erstattet hatte. Ihnen wurden Redebeiträge auf einer Pressekonferenz vorgeworfen. Die Feststellung, das kurdische Volk werde unterdrückt, ist in den Augen der Polizei Propaganda für eine terroristische Vereinigung. Darauf stehen zwischen drei und 12 Jahren Haft.
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Inzwischen befinden sich die Verhafteten wieder auf freiem Fuß.

Nick Brauns

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.09.2011, Seite 6, Ausland

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