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Kindergeld

Um die Gage junger Darsteller bei den Oberammergauer Passionsspielen gibt es Streit. Heimkinder, die 2010 auf der Bühne standen, sollen einen Großteil ihres Honorars an die Stadt München abgeben, kritisierte Passionsspielleiter Christian Stückl im Münchner Merkur (Dienstagausgabe). »Wenn es irgendwie geht, sollte man den Kindern das Geld, das ihnen ja zusteht, in voller Höhe ausbezahlen.« Sonst werde ihnen jegliche Motivation genommen. 2200 Darsteller hatten im Vorjahr mitgewirkt, unter ihnen Kinder und Jugendliche aus einem örtlichen Heim. Die Stadt als Träger der Einrichtung behält dem Bericht zufolge 75 Prozent ihrer dreistelligen Gage ein und beruft sich auf eine Bestimmung im Kinder- und Jugendhilfegesetz. Demnach müssen junge Menschen, die im Rahmen der Jugendhilfe in einer Einrichtung stationär untergebracht sind, drei Viertel ihres Einkommens »als Kostenbeitrag einsetzen«. (dpad/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2011, Seite 13, Feuilleton

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