Zum Inhalt der Seite

Neue Ermittlungen gegen Demjanjuk

Berlin. Gegen den früheren KZ-Wachmann John Demjanjuk läuft offenbar ein neues Ermittlungsverfahren. Die Staatsanwaltschaft Weiden in der Oberpfalz prüfe Vorwürfe im Zusammenhang mit Demjanjuks Tätigkeit als Wachmann im faschistischen Konzentrationslager Flossenbürg, berichtete der Tagesspiegel am Samstag. Laut Staatsanwaltschaft gibt es einen Anfangsverdacht aufgrund einer Anzeige.

Demjanjuk war im Mai in München der Beihilfe zum Mord an 27900 Juden im Vernichtungslager Sobibor schuldig gesprochen und zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der gebürtige Ukrainer kam aber auf freien Fuß, weil das Gericht unter anderem wegen dessen hohen Alters den Haftbefehl außer Vollzug setzte. Die neue Strafanzeige stellten laut Bericht der Ermittlungsrichter im Demjanjuk-Prozeß, Thomas Walther, und der Nebenklagevertreter Cornelius Nestler. Sie werfen Demjanjuk sowie dem Exwachmann Alex N. demnach vor, sich von Oktober 1943 bis Dezember 1944 an der Ermordung von 4974 Menschen im Lager Flossenbürg beteiligt zu haben. (AFP/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 18.07.2011, Seite 5, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!