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Küng: Papst schützte Kinderschänder

Frankfurt/Main. Vor der Seligsprechung von Johannes Paul II. hat der Schweizer Theologe Hans Küng dem früheren Papst die für einen Seligen nötige Tauglichkeit als Vorbild abgesprochen. Johannes Paul II. habe »ein autoritäres Lehramt ausgeübt, er hat die Menschenrechte von Frauen und Theologen unterdrückt«, sagte Küng der Frankfurter Rundschau vom Freitag. Diese »dunklen Seiten« seien bei dem Seligsprechungsprozeß »ganz und gar unberücksichtigt geblieben«. Küng warf Johannes Paul II. ferner vor, mit dem Ordensgründer Marcial Maciel Degollado einen »notorischen Kinderschänder« geschützt zu haben.

Küng war 1979 wegen Zweifeln am Dogma über die Unfehlbarkeit der Päpste von Johannes Paul II. die Lehrerlaubnis entzogen worden. Dem amtierenden Papst warf Küng vor, »wie ein absolutistischer Fürst das eigene Kirchenrecht gebrochen« zu haben, »um Johannes Paul im Hauruckverfahren seligsprechen zu können«.Es gehe im Vatikan zu »wie zu den Zeiten der Cäsaren, die den jeweils vorangegangenen Kaiser zum Gott erhoben.« (AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2011, Seite 4, Inland

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