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Großer Bahnhof: Täves 80.

Von Klaus Huhn
Kleinmühlingen. Das Dorf Kleinmühlingen bei Magdeburg war am Sonnabend einen halben lang die Hauptstadt des deutschen Radsports: Täve Schur empfing Geburtstagsgäste. Das Sportzentrum gleich neben dem Friedensfahrtmuseum war völlig überfüllt und als man Berge von Stühlen herananschleppte, mußten sich viele weiter mit Stehplätzen begnügen. Wie populär Täve ist, löste Staunen aus. Wolfgang Behrendt blies von der Galerie auf der Trompete das Eröffnungs-»Happy-Birthday«, Gisela Steineckert hatte ein Lied gedichtet und einen Sänger mitgebracht, der es vortrug. Katarina Witt ließ einen Schal als Geschenk überbringen. Peter Sodann las aus Briefstapeln, die Täve bekommen hatte und erinnerte an die Friedensfahrt, bei der einmal Zehntausende auf den letzten des Feldes, den Inder Singh, gewartet hatten. Profiweltmeister Rudi Altig gratulierte und überbrachte die Grüße von Hennes Junkermann. Dann zogen Schurs einstige Gefährten auf die Bühne: Zabel, Braune, Lörke, Schober, Weißleder, Hoffmann. DDR-Ex-Innenminister Diestel versicherte, lange an der Formulierung gearbeitet zu haben, Schur sei der »fleischgewordene Reichtum unserer ostdeutschen Mentalität« und überbrachte zudem den Segen Gottes, auch weil er vermutete, der einzige öffentlich auftretende Gratulant der CDU zu sein. Die Leipziger Rockband Karussell sorgte für Jubelstürme. Gesine Lötzsch und Gregor Gysi rühmten Schur als Genossen mit Charakter und Konsequenz. Und endlos waren die Schlangen der Gratulanten. Täve dankte allen und kam am Ende dabei fast außer Atem.
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.02.2011, Seite 16, Sport

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