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Kulturindustrie: Neosexismus

Köln. Wenig geschmeichelt dürften sich Fußballnationaltrainerin Silvia Neid und ihre Spielerin Birgit Prinz am Donnerstag gefühlt haben. Durch das dumpf-sexistische WM-Motto »20Elf von seiner schönsten Seite« ohnehin wahrscheinlich schon mit wenig Lust, die Endrunde vor heimischem Publikum zu spielen, legte Puppenfabrikant Mattel in Sachen plattem Rollenklischee noch einen drauf. Er ehrte beide mit zwei eigens für sie nachempfundenen Barbies.

Eine »Ehre«, die in Deutschland bisher nur Kanzlerin Angela Merkel zuteil wurde. Während Neid gute Miene zum bösen Spiel machte und sich fleißig bedankte, hatte Prinz Glück. Sie fehlte krankheitsbedingt.

(sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.02.2011, Seite 16, Sport

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