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Hintergrund: Mobilisierung und Warnung

Bundesweit haben sich verschiedene Initiativen dem Ziel verschrieben, den Neofaschisten am 19. Februar in Dresden erneut eine Schlappe zu bereiten. Überall in der Republik finden Mobilisierungsveranstaltungen und öffentliche Blockadetrainings statt. Allen Hetzkampagnen der CDU und Kriminalisierungsversuchen von Justiz und Polizei zum Trotz rufen verschiedene antifaschistische Bündnisse, Gewerkschaftsgliederungen, die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde (GBM), die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), linke Parteien und Kulturschaffende zur Blockade des größten Neonaziaufmarsches der Bundesrepublik auf.

Die Vorsitzenden der Dresdner Kreisverbände von CDU und FDP, Lars Rohwer und Johannes Lohmeyer, warnten dagegen jüngst in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor dem »Besuch von Demonstrationstouristen, die darauf aus sind, die gewaltsame Konfrontation mit der Polizei zu suchen und auf Krawalle spekulieren«. Ohne die politische Bedeutung des neofaschistischen Großevents auch nur zu thematisieren, übten die beiden rechtskonservativen Lokalgrößen zudem harsche Kritik an der Berliner SPD, die gemeinsam mit ihrer Jugendorganisation dazu aufgerufen hatte, sich an den friedlichen antifaschistischen Aktionen in Dresden zu beteiligen.
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In Vorbereitung der Proteste lädt der »AK Antifa Dresden« anläßlich des »Tages der Opfer des Nationalsozialismus« für den 27. Januar (16 Uhr, Columbusstraße 9, Dresden-Löbtau) zu einem »Politischen Stadtrundgang«. Die ALB veranstaltet am 7. Februar (19 Uhr, Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 130, Berlin) eine Podiumsdiskussion unter dem Motto »Dresden, Deutschland – alles Opfer?« mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Dresden, Nora Goldenbogen, und dem Historiker und jW-Autoren Kurt Pätzold. (bern)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.01.2011, Seite 3, Schwerpunkt

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