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Protest vor Japans Botschaft

Berlin. Eine Kundgebung vor der japanischen Botschaft haben am Mittwoch Mitglieder von »Courage KIM Hak-Soon – Aktionsbündnis zur Aussöhung im Asien-Pazifik-Raum« abgehalten. Sie machten damit auf die Tatsache aufmerksam, daß sich die japanische Regierung bis heute nicht bei jenen rund 200000 Frauen entschuldigt hat, die im Zweiten Weltkrieg von japanischen Militärs aus China, Korea und anderen Ländern verschleppt und zur Prostitution gezwungen wurden. Auch eine Entschädigung wird ihnen verweigert.

Das Bündnis hatte die Botschaft zuvor um einen Gesprächstermin für die ehemalige »Trostfrau« Soo-San Lee, ihre Übersetzerin, ihre Reisebegleiterin und ein Mitglied des Bündnisses gebeten. Die 82jährige Soo-San Lee hat auf Einladung des Bündnisses anläßlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember rund eine Woche in Deutschland verbracht und war bei der Vorstellung des Films »63 years on ...« über ihr Schicksal und das von vier weiteren Frauen in Köln und Berlin anwesend.


Die Botschaft erklärte, man könne »aus Sicherheitsgründen« nur eine von vier Personen einlassen, und diese nur in den Sicherheitsraum. Deshalb entschieden sich die Bündnisfrauen für eine Demonstration. Als Termin wählten sie den Mittwoch, weil an diesem Tag auch die bereits 948. Mittwochsdemonstration ehemaliger »Trostfrauen« in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stattfand. Wie Antje Grabenhorst vom Aktionsbündnis gegenüber jW berichtete, folgte kein Botschaftsmitarbeiter der Einladung der Frauen zu einem Gespräch vor dem Haus. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.12.2010, Seite 15, Feminismus

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