Zum Inhalt der Seite

Präsident im TV: Werbung auf allen Kanälen

Angesichts der drohenden Niederlage appelliert US-Präsident Barack Obama wenige Tage vor der Kongreßwahl an seine Anhängerschaft, zur Wahl zu gehen und Geduld zu zeigen. »Als wir während des Wahlkampfs ›Wandel, an den Sie glauben können‹ (›Change you can believe in‹) versprochen haben, war das kein Wandel, an den Sie glauben können, in 18 Monaten«, sagte Obama in dieser Woche in der berühmten Comedy-Sendung »Daily Show«. Obama war der erste amtierende US-Präsident in der Satiresendung und wollte mit seinem Auftritt vor allem junge Wähler erreichen. Doch der Besuch bei dem scharfzüngigen Comedian Jon Stewart verlief kaum nach dem Geschmack des Weißen Hauses. Stewart erinnerte den stets ernst wirkenden Obama an seine eigenen Worte als Kandidat, nach denen »das größte Risiko« darin bestehe, »die gleiche Politik mit den gleichen Leuten zu versuchen und ein anderes Ergebnis zu erwarten«. Was habe er sich dabei gedacht, als er Leute wie den Washington-Insider Lawrence Summers ins Weiße Haus holte, fragte Stewart unter höhnischem Gelächter des Publikums.

Die Einschätzung, er sei mit dem »Wagnis Hoffnung« angetreten und habe zaghaft regiert, wies Obama zurück. Als Beispiel nannte er die Gesundheitsreform, die sich mit den wichtigsten Gesetzen in der US-Geschichte messen lassen könne. »Man vergißt das, weil man die Tendenz hat, daran zu denken, daß nicht 100 Prozent von dem, was man wollte, erreicht wurden, sondern nur 90 Prozent«.


In Reaktion auf die Tea-Party-Bewegung hat Stewart für diesen Samstag zu einer Demonstration aller, »die keine Zeit zum Demonstrieren haben«, unter dem Titel »Rally to Restore Sanity« (»Demonstration zur Wiederherstellung der Vernunft«) in Washington aufgerufen. (ps)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 30.10.2010, Seite 3, Schwerpunkt

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!