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Jeder Sechste von Armut bedroht

Wiesbaden. In Deutschland ist etwa jeder sechste Mensch von Armut bedroht. Das geht aus aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamts hervor, die am Freitag in Wiesbaden vorgelegt wurden. Demnach waren im Jahr 2008 durchschnittlich 15,5 Prozent der Bevölkerung Deutschlands armutsgefährdet. 2007 waren es 15,2 Prozent. Die Armutsgrenze liegt nach Berechnung der Statistiker bei 929 Euro monatlich. Arbeitslose waren der Erhebung zufolge mit 62 Prozent am stärksten betroffen. Aber auch Menschen in Arbeit waren gefährdet. 2008 waren 6,8 Prozent von Armut bedroht, Rentner lagen mit 14,9 Prozent knapp unter dem Durchschnittswert. In Haushalten von Alleinerziehenden lebte mehr als jede dritte Person (37,5 Prozent) an der Armutsgrenze. Die Linkspartei sprach von einem »Skandal«. Es sei »unfaßbar«, daß die Regierung »jungen Eltern« in Hartz IV nun auch noch das Elterngeld streicht«, erklärte Diana Golze, Mitglied im Vorstand der Linksfraktion. Golze forderte eine »radikale Umverteilung von oben nach unten«. Die soziale Spaltung des Landes dürfe durch Geschenke an Lobbygruppen und Reiche und Kürzungen bei den Ärmsten der Armen nicht noch weiter vertieft werden. (dapd/jW)
junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.10.2010, Seite 4, Inland

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