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Ertrag der ­Ostseefische

Die Deutsche Umwelthilfe (DHU) hat Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) aufgefordert, sich bei der Festlegung der Fangmengen für die Ostsee-Fischbestände nach wissenschaftlichen Empfehlungen zu richten. Aigner soll beim Fischereirat der EU-Minister am Dienstag in Brüssel die Vorschläge von EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki unterstützen. »Diese Vorschläge sind die Grundlage für eine längst überfällige nachhaltige Fischereipolitik«, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Damanakis Vorschläge folgen den Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES). Je nach Gebiet sollen bis zu 30 Prozent weniger Hering gefischt werden. Die Fangquoten für Sprotte und Lachs sollen deutlich gesenkt, die für Dorsch (Ostsee-Kabeljau) um höchstens 15 Prozent erhöht werden. Die Kommissarin verfolgt mittelfristig ein Ziel, auf das sich die EU-Staaten beim Weltgipfel 2002 in Johannesburg geeinigt haben: Bis 2015 sollen die Fischbestände soweit aufgepäppelt sein, daß sie mit dem höchstmöglichen Dauerertrag, dem »Maximum Sustainable Yield«, kurz MSY, bewirtschaftet werden können. Nach Angaben der DHU sind »die meisten Bestände noch weit davon entfernt«. In den vergangenen Jahren beschloß der Fischereirat der Minister regelmäßig Fangmengen, die weit über wissenschaftlichen Empfehlungen lagen. Für 2010 betrug die Differenz 34 Prozent.

(ots/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 28.10.2010, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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