Zum Inhalt der Seite

Gegen Verlängerung des Mutterschutzes

Berlin. Bundesregierung und Unternehmerverbände lehnen die von der EU vorgeschlagene Verlängerung des Mutterschutzes ab. Eine Sprecherin des Familienministeriums warnte am Montag vor »erheblichen Mehrkosten«. In Deutschland beträgt der Mutterschutz zur Zeit 14 Wochen. BDA-Präsident Dieter Hundt (Foto) forderte das Europäische Parlament auf, am Mittwoch gegen eine Verlängerung des Mutterschutzes auf 20 Wochen bei vollem Lohnausgleich zu stimmen, wie es der zuständige Fachausschuß bereits beschlossen hat. Die Pläne könnten die Beschäftigungschancen von Frauen verschlechtern, drohte Hundt in der Welt (Montagausgabe). Wirtschaft und die öffentlichen Haushalte in Deutschland würden durch die Neuregelung nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts mit 1,7 Milliarden Euro pro Jahr belastet. Dafür bestehe angesichts des derzeitigen Schutzniveaus »keine Notwendigkeit«, so Hundt. (dapd/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 19.10.2010, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!