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Lucy auf Fleischsuche

Vorfahren des Menschen nutzten Werkzeuge fast eine Million Jahre früher als bisher bekannt. Zwei in Äthiopien entdeckte Tierknochen belegen, daß menschenähnliche Ahnen schon vor 3,4 Millionen Jahren Steingeräte verwendeten, um Fleisch zu schneiden und an Knochenmark zu gelangen. Dies legt ein Forscherteam unter Beteiligung des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie im aktuellen Magazin Nature (Vol. 466) dar. Bisher waren die ältesten Hinweise auf Werkzeug 2,5 Millionen Jahre alt. Die neuen Funde zeigen erstmals, daß nicht nur direkte Vorfahren des Homo sapiens Geräte nutzten, sondern auch Vertreter der ausgestorbenen Gattung Australopithecus. »Dies zwingt uns endgültig, unsere Lehrbücher über die Evolution des Menschen zu korrigieren«, sagt der Paläoanthropologe Zeresenay Alemseged von der kalifornischen Akademie der Wissenschaften. Gefunden wurden die Hüfttierknochchen in der Nähe jener Stellen, an denen Forscher vor einigen Jahren Skelettreste der berühmten Fossilien Lucy und Selam entdeckten. Die beiden Mädchen lebten vor 3,2 bis 3,3 Millionen Jahren und zählen zur Art Australopithecus afarensis. Shannon McPherron, Anthropologe in Leipzig: »Wenn wir uns Lucy beim Durchstreifen der ostafrikanischen Landschaft auf der Suche nach Nahrung vorstellen, sehen wir sie erstmals mit einem Steinwerkzeug in der Hand auf Fleischsuche.« (apn/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 12.08.2010, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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