-
12.08.2010
- → Natur & Wissenschaft
Lucy auf Fleischsuche
Vorfahren des Menschen nutzten Werkzeuge fast eine Million Jahre
früher als bisher bekannt. Zwei in Äthiopien entdeckte
Tierknochen belegen, daß menschenähnliche Ahnen schon
vor 3,4 Millionen Jahren Steingeräte verwendeten, um Fleisch
zu schneiden und an Knochenmark zu gelangen. Dies legt ein
Forscherteam unter Beteiligung des Leipziger Max-Planck-Instituts
für evolutionäre Anthropologie im aktuellen Magazin
Nature (Vol. 466) dar. Bisher waren die ältesten Hinweise auf
Werkzeug 2,5 Millionen Jahre alt. Die neuen Funde zeigen erstmals,
daß nicht nur direkte Vorfahren des Homo sapiens Geräte
nutzten, sondern auch Vertreter der ausgestorbenen Gattung
Australopithecus. »Dies zwingt uns endgültig, unsere
Lehrbücher über die Evolution des Menschen zu
korrigieren«, sagt der Paläoanthropologe Zeresenay
Alemseged von der kalifornischen Akademie der Wissenschaften.
Gefunden wurden die Hüfttierknochchen in der Nähe jener
Stellen, an denen Forscher vor einigen Jahren Skelettreste der
berühmten Fossilien Lucy und Selam entdeckten. Die beiden
Mädchen lebten vor 3,2 bis 3,3 Millionen Jahren und
zählen zur Art Australopithecus afarensis. Shannon McPherron,
Anthropologe in Leipzig: »Wenn wir uns Lucy beim
Durchstreifen der ostafrikanischen Landschaft auf der Suche nach
Nahrung vorstellen, sehen wir sie erstmals mit einem Steinwerkzeug
in der Hand auf Fleischsuche.« (apn/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Natur & Wissenschaft