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Neuer Prozeß gegen Exregierungschef
Den Haag. Zum ersten Mal seit seinem Bestehen rollt das UN-Tribunal
für das ehemalige Jugoslawien einen Prozeß teilweise neu
auf. Wie das Haager Tribunal am Mittwoch ankündigte,
müssen sich der Exregierungschef des Kosovo, Ramush Haradinaj,
und zwei Mitangeklagte erneut vor dem Gericht wegen Verbrechen
während des Kosovo-Krieges verantworten. Haradinajs
Verteidiger zeigte sich überrascht über die Entscheidung.
Haradinaj war im April 2008 von dem Tribunal in mehreren
Anklagepunkten freigesprochen worden. Viele potentielle Zeugen
hatten aus Angst jedoch eine Aussage verweigert, andere beklagten
sich über Einschüchterungsversuche. In dem ersten
Prozeß wurde Haradinaj vorgeworfen, während des
Kosovo-Krieges in den Jahren 1998 und 1999 für Morde,
Mißhandlungen und Vergewaltigungen von serbischen und
albanischen Zivilisten verantwortlich zu sein. Gegen Haradinaj und
den ehemaligen Chef der berüchtigten Sondereinheit Schwarze
Adler, Idriz Balaj, sollen nun sechs Punkte der ursprünglichen
Anklage, darunter Mord und Folter, neu verhandelt werden. Gegen
UCK-Anführer Lahi Brahimaj sollen vier Anklagepunkte neu
verhandelt werden.
(AFP/jW)
(AFP/jW)
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