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Recherchen gegen Kirch

Hat der Medienmogul Steuern hinterzogen?

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat am Montag Durchsuchungen gegen den Medienunternehmer Leo Kirch in der Schweiz bestätigt. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen Kirch wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung, die bereits im Dezember 1995 aufgenommen wurden, erklärte die Staatsanwaltschaft beim Landgericht München I am Montag. Es seien am vergangenen Mittwoch verschiedene Geschäftsräume und Wohnungen im Beisein von BRD-Beamten durchsucht worden. Weitere Auskünfte wollte die Münchner Justizbehörde mit Hinblick auf das Steuergeheimnis nicht geben.

Der Schweizer Sonntags-Zeitung zufolge geht es um ein Geschäft Kirchs mit dem Handelsunternehmer und Gründer der Handelsgruppe Metro, Otto Beisheim, aus dem Jahr 1990. Die Kirch gehörende Taurus-Film soll der Beisheim MH Medien Handels AG damals für 350 Millionen Mark rund 2 500 US- Kinofilme verkauft haben. Beisheim soll die Spielfilme später für rund 1,6 Milliarden Mark an die Privatsender SAT.1 und PRO7 weiterveräußert haben. Leo Kirch und sein Sohn Thomas besitzen wesentliche Anteile an beiden Fernsehsendern. Während der gesamten Transaktion haben die Filme nach Angaben der Sonntags-Zeitung niemals das Lager der Taurus- Film verlassen.

Konkurrenten Kirchs bezeichneten dies als »Scheingeschäft«. Hierdurch sollen laut Sonntags-Zeitung rund 400 Millionen Mark am deutschen Fiskus vorbeigeführt worden sein.

(AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.08.1997, Seite 0, Inland

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