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Bolivarisches Bündnis: ALBA heißt Morgenrot

Die heute acht Mitglieder umfassende Staatengemeinschaft ALBA (Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas) geht auf eine Initiative des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez und seines damaligen kubanischen Amtskollegen Fidel Castro zurück. Im Dezember 2004 beschlossen sie bei einem offiziellen Besuch von Chávez in Havanna, das zu der noch als »Bolivarische Alternative« bezeichnete Bündnis ins Leben zu rufen. Die Abkürzung ist zum einen eine Anspielung auf das mittlerweile gescheiterte Projekt der Vereinigten Staaten, eine Amerikanische Freihandelszone (span. ALCA) zu schaffen. Zugleich bedeutet »Alba« im Spanischen aber auch Morgendämmerung. Das wichtigste Ziel der Gemeinschaft ist die Schaffung solidarischer Beziehungen untereinander. Dazu dienen neben dem 2006 unterzeichneten »Handelsvertrag der Völker« zahlreiche Vereinbarungen auf politischem, finanziellem und kulturellem Gebiet.

Nach der Amtsübernahme durch Evo Morales schloß sich im April 2006 Bolivien dem Bündnis an. Ein Jahr später folgte nach dem Wahlsieg Daniel Ortegas Nicaragua und im Januar 2008, der Karibikstaat Dominica. Honduras trat der ALBA im August 2008 bei. Die Mitgliedschaft des zentralamerikanischen Staates wurde von den Putschisten jedoch Anfang 2010 offiziell rückgängig gemacht. Da die Regierung von Porfirio Lobo jedoch von den ALBA-Staaten nicht anerkannt wird, haben diese den Austritt von Honduras zumindest offiziell nicht zur Kenntnis genommen und sehen weiterhin Manuel Zelaya als rechtmäßigen Staatschef seines Landes an.


Die bislang letzte Erweiterung der ALBA erfolgte im Juni 2009, als Ecuador und die Karibikstaaten Antigua und Barbuda sowie St. Vincent und die Grenadinen der Allianz beitraten. Als Beobachter nahm zuletzt regelmäßig auch der Präsident von Paraguay, Fernando Lugo, an den ALBA-Treffen teil. (scha)
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Erschienen in der Ausgabe vom 24.06.2010, Seite 3, Schwerpunkt

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