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Verkauft: Tausende Wähleranschriften

München/Lübeck. Ein Adreßhändler hat Tausende Anschriften bayerischer Briefwähler mehreren Unternehmen zur Kundenwerbung angeboten. Wie das Hamburger Magazin Stern am Mittwoch vorab berichtete, bot die Firma MTM-Lübeck im Frühjahr entsprechende Listen mit bis zu 15000 Adressen zum Kauf an. Die Daten stammen offenbar von Umschlägen, die zur Briefwahl bei den Wahlen zu Bundestag und Europaparlament 2009 genutzt worden waren. Das Kreisverwaltungsreferat München teilte mit, über eine Mittelsperson habe das Wahlamt dem Berchmanskolleg des Jesuitenordens Umschläge eingehender Briefwahlanträge zur Ablösung der Briefmarken für wohltätige Zwecke überlassen. Der Orden soll die Umschläge dann komplett an einen privaten Händler weiterverkauft haben. Auf Umwegen gelangten sie dann an die Lübecker Firma. Die Stadt München hat Strafantrag gestellt. Gegen wen sich der Antrag richtet, wollte eine Sprecherin bisher nicht bekanntgeben. (ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 17.06.2010, Seite 5, Inland

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