Zum Inhalt der Seite

Deutlicher Druck

Über ein Jahr lang hat die GEMA mit dem Internetvideoportal YouTube über einen Lizenzvertrag verhandelt. Nun hat die »Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte« mit dem geheimnisvollen GEMA-Kürzel die Verhandlungen abgebrochen und fordert die Löschung von einigen hundert Werken. Sie hat sich mit acht weiteren Verwertungsgesellschaften zusammengetan, darunter die US-amerikanischen Autorengesellschaften ASCAP, BMI und SESAC, die französische SACEM und die SIAE (Italien). »Wir möchten deutlich machen, daß YouTube durchaus für die illegalen Angebote zur Verantwortung gezogen und theoretisch gezwungen werden könnte, die Inhalte zu löschen bzw. den Zugriff darauf zu sperren«, erklärte Harald Heker, GEMA-Vorstandsvorsitzender. »Das eigentliche Ziel ist jedoch, eine angemessene Vergütung der Urheber zu erreichen und dafür mit YouTube zu einer neuen Vertragsvereinbarung zu gelangen.« Die ­GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60000 Mitgliedern (Komponisten, Textautoren und Musikverleger) sowie von über einer Million Rechteinhabern aus aller Welt. Sie ist eine der weltgrößten Autorengesellschaften in Sachen Musik. (ots/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2010, Seite 12, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!