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Weiterer Bischof räumt Schläge ein

Würzburg. Der frühere Würzburger Weihbischof Helmut Bauer hat mögliche Schläge gegen Schüler in den 60er und 70er Jahren eingeräumt. Auch wenn er sich »bei bestem Wissen und Gewissen« an die ihm vorgeworfenen Prügel nicht erinnern könne, zweifle er nicht an den Darstellungen ehemaliger Schüler, sagte Bauer am Donnerstag in Würzburg. Er fügte hinzu: »Als Erzieher war ich in der damaligen Zeit der Meinung, eine körperliche Züchtigung sei als pädagogische Maßnahme in bestimmten Fällen angebracht. Das in dieser Zeit noch allgemein übliche Züchtigungsrecht bestätigte dieses Vorgehen.« Heute müsse er aber zugeben: »Aus dem Geist des Evangeliums hätte ich als priesterlicher Internatsleiter auch schon damals eine solche Züchtigung als erzieherische Maßnahme nicht durchführen dürfen«. Mehrere frühere Schüler hatten angegeben, Bauer habe als Internatsdirektor in Bad Königshofen und Würzburg Disziplinarverstöße durch Schläge sanktioniert.

(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 30.04.2010, Seite 4, Inland

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