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Ehrenmal: Soldaten bleiben ungeprüft

Berlin. Die Bundesregierung will gefallene Soldaten, an die am »Ehrenmal der Bundeswehr«im Berliner Bendlerblock erinnert wird, nicht auf eine mögliche Wehrmachtsvergangenheit überprüfen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (Die Linke) hervor. Darin heißt es unter anderem, daß es »mangels Bedeutung« keine solche Übersicht gebe. Die Bundeswehr habe etliche Wehrmachtsangehörige übernommen, »die an Kriegsverbrechen bzw. deren Planung beteiligt waren«, hatte Jelpke ihre Anfrage begründet. Die Regierung versicherte, daß Soldaten, die an Greuel beteiligt gewesen seien, nicht geehrt würden. Künftig soll laut Regierung aber der Militärische Abschirmdienst in die Prüfung der Ehrwürdigkeit einbezogen werden. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.12.2009, Seite 5, Inland

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