Zum Inhalt der Seite

Stobrawa nicht mehr Landtagsvize

Potsdam. Die frühere Mitarbeit mehrerer Abgeordneter der Linkspartei in Brandenburg beim DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hat zu personellen Konsequenzen geführt. Wegen ihrer Kontakte zum MfS habe Landtagsvizepräsidentin Gerlinde Stobrawa ihr Amt niedergelegt, sagte eine Fraktionssprecherin am Montag in Potsdam. Stobrawa ist seit 1990 Abgeordnete und hatte damals teilweise ihre Stasi-Mitarbeit offenbart. Eine Ehrenkommission des Landtages hatte ihr auf der Grundlage des seinerzeit bekannten Kontaktumfangs die Mandatsniederlegung nicht empfohlen. Zudem legte die Linken-Abgeordnete Renate Adolph ihr Landtagsmandat nieder. Sie habe als junge Frau mit der für Auslandsspionage zuständigen Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des MfS zusammengearbeitet. Die 55jährige hatte in der DDR Journalistik studiert und bis 1990 bei der staatlichen Nachrichtenagentur ADN, bei der Berliner Zeitung und beim Verlag Junge Welt gearbeitet.

(AFP/ddp/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 01.12.2009, Seite 4, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!