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27.10.2009
- → Feuilleton
Synagoge für Erfurt
Mit einem Festakt ist am Montag die Alte Synagoge in Erfurt
eröffnet worden. Sie ist in den vergangenen zehn Jahren als
Museum hergerichtet worden. Die Präsidentin des Zentralrates
der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, bezeichnete den Ort
als »wichtigen Bestandteil historischer
Aufklärung«. Ab heute können hier hebräische
Handschriften, Silber- und Goldmünzen sowie Schmiedearbeiten
besichtigt werden. Die um 1100 errichtete Synagoge ist die
älteste bis zum Dach erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Nach
einem Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung 1349 wurde
sie zum Speicher umgebaut und diente 500 Jahre lang als Lager. Im
19. Jahrhundert wurde sie zum Tanzsaal umfunktioniert.
»Dadurch geriet ihre eigentliche Nutzung in Vergessenheit
– das war ihre Rettung«, sagte der Erfurter
Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) am Montag. Er meinte
die Rettung vor den Nazis. Im vorletzten Jahr der DDR machte die
Denkmalpflegerin Rosita Petersheim das einsturzgefährdete
Gebäude als Synagoge kenntlich. Anfang der 90er ergaben
genauere Untersuchungen, daß das Haus seit der Errichtung
kaum verändert worden war. 1998 wurde es von der Stadt
gekauft. (ddp/jW)
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