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Karadzic will Prozeß boykottieren

Den Haag. Der frühere bosnische Serbenführer Radovan Karadzic will die Eröffnung seines Prozesses vor dem UN-Tribunal zu Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien boykottieren. Er werde zum geplanten Prozeßauftakt am kommenden Montag nicht vor Gericht erscheinen, erklärte der 64jährige in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an den Gerichtshof in Den Haag. In dem Schreiben, das von seinem Rechtsberater Peter Robinson verbreitet wurde, klagt Karadzic über »ungleiche und ungerechte« Bedingungen in dem Verfahren. Er benötige mehr Zeit, um die Prozeßakten zu lesen, die neben der Anklageschrift knapp eine Million Seiten Beweismaterial und Hunderte Zeugenaussagen enthalten. »Kein Anwalt der Welt hätte sich in dieser Zeit vorbereiten können«, schreibt Karadzic, der sich im Prozeß selbst verteidigen will. Der serbische Politiker hatte bereits Anfang September um eine Verschiebung des Prozesses gebeten.(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.10.2009, Seite 6, Ausland

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