Zum Inhalt der Seite

Asse-Chef: Giftmenge war unbekannt

Hannover. Die Schließung des maroden Atommüllagers Asse ist bis zum Betreiberwechsel Anfang dieses Jahres ohne exakte Kenntnis der dort lagernden hochradioaktiven Altlasten vorangetrieben worden. Der ehemalige Leiter der Schachtanlage Asse, Günther Kappei, sagte am Donnerstag in Hannover vor dem Untersuchungsausschuß des Landtags, er habe erst in den Medien davon erfahren, daß in der Asse dreimal mehr hochgiftiges Plutonium lagere als bislang angenommen. Das Bundesumweltministerium hatte Ende August mitgeteilt, daß in die Asse mit 28 Kilogramm die rund dreifache Menge Plutonium verbracht worden ist als bisher dato bekanntgemacht. Kappei war von 2004 bis Ende 2008 der letzte Schachtleiter unter dem Betreiber Helmholtz-Zentrum München. Anfang dieses Jahres übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Aufsicht über die marode Anlage.

(ddp/jW)
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 18.09.2009, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!