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Hasenfüße

Berlin. Die wegen Blutdopings gesperrte Claudia Pechstein trainierte am Montag in der Eishalle in Berlin-Hohenschönhausen. »Was bleibt ihr anderes übrig? Zum Saisonstart im Oktober will sie fit sein«, sagte ihr Manager Ralf Grengel, während ihr Anwalt Simon Bergmann sich zum Fehlen medizinischer Nachweise über eine Erkrankung seiner Mandantin äußerte, die deren extrem erhöhten Retikulozyten-Wert erklären könnte. Bergmann schob das Fehlen auf den Weltverband ISU: »In der Anklage, die wir durch die ISU am 5. März erhalten haben, stand Blutdoping als einzige mögliche Ursache«, sagte er. »Von einer möglichen Erkrankung haben wir erst etwa eine Woche vor dem Verhandlungstermin Ende Juni erfahren.« Ansonsten ist mein Name Hase, und ich weiß von nichts. Dem Anwalt widersprach umgehend der ISU-Mediziner Harm Kuipers, der die Deutschen am 7. Februar während der Mehrkampf-WM in Hamar über den Bluttest informiert hatte: »Wir haben Teamleiter Helge Jasch erklärt, daß abweichende Blutwerte möglicherweise im Gegensatz zum Antidopingcode stehen. Die Ursachen seien Krankheit oder Manipulation.« Es steht Aussage gegen Aussage. Kuipers hat auch Erklärungen des Pechstein-Lagers zurückgewiesen, nach denen die ISU in Hamar einen »Kuhhandel« angeboten hat: Pechstein sollte die WM unter einem Vorwand abbrechen, und nichts wäre an die Öffentlichkeit gedrungen. (sid/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.07.2009, Seite 16, Sport

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