Zum Inhalt der Seite

Bahn bezahlte verdeckte PR

Berlin. Die Deutsche Bahn hat verdeckte Werbemaßnahmen zur Imageverbesserung zugegeben. 2007 seien für vorproduzierte Medienbeiträge, Blog- und Forenbeiträge, Leserbriefe und Meinungsumfragen 1,3 Millionen Euro ausgegeben worden, erklärte Konzernchef Rüdiger Grube am Donnerstag in Berlin. Dabei sei der Auftraggeber nicht erkennbar gewesen. »Diese Formen der PR-Maßnahmen lehne ich entschieden ab«, sagte Grube. Er werde umgehend »die notwendigen Konsequenzen« ziehen. Aufgedeckt wurden die PR-Aktivitäten der Bahn durch den Verein LobbyControl. Nach dessen Angaben flossen die 1,3 Millionen Euro an die Agentur European Public Policy Advisers GmbH. Die Agentur plazierte unter anderem Berichte über angeblich repräsentative Umfragen, laut denen die Mehrheit der Bundesbürger gegen den Streik der Lokführer war, und übernahm den Betrieb der Website meinebahndeinebahn.de als vermeintliche »Bürgerinitiative pro Bahnprivatisierung«.

(AP/jW)
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 29.05.2009, Seite 1, Inland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!