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WWF warnt vor ­Ostseepipeline

Stralsund. Die Umweltstiftung WWF (World Wide Fund for Nature) warnt vor unabsehbaren Risiken durch den Bau und Betrieb der geplanten deutsch-russischen Ostseepipeline. Der Betreiber Nord Stream wurde am Donnerstag zu Nachbesserungen aufgefordert. Der aktuelle Bericht von Nord Stream beruhe vielfach auf nicht belegbaren Annahmen und Spekulationen, sagte der Leiter des WWF-Ostseebüros, Jochen Lamp, in Stralsund. Unter anderem verwies er auf chemische Waffen, und Minen aus den Weltkriegen auf dem Ostseegrund, die während der Bauarbeiten entsorgt werden müßten. Zudem würden nach Angaben des Betreibers bei der Trassenverlegung rund 12000 Tonnen Phosphate aus dem Meeresgrund wieder in die Ostsee gespült. Das entspreche etwa einem Drittel des jährlichen Gesamteintrags und könnte zu vermehrter Algenbildung, Sauerstoffmangel und der Ausweitung bereits vorhandener »Todeszonen« führen, sagte Lamp. Auch zu möglichen Kompensationsmaßnahmen finde sich in dem 4000 Seiten umfassenden Papier gerade einmal ein halbseitiger Absatz.

Nord Stream will bis zum Jahre 2012 eine Pipeline vom russischen Wyborg zur deutschen Anlandestation Lubmin errichten.
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(ddp/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 08.05.2009, Seite 4, Inland

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