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Taxi Hannemann

Und wenn er nicht von seinen Büchern lebt, fährt der ebenso gescheite wie lustige Autor und Dann-und-wann-jW-Fußballexperte Uli Hannemann in Berlin Taxi. Darüber hat er nun im Ullstein Verlag einen neuen veritablen Bestseller vorgelegt: »Neulich im Taxi – Notizen vom zweit­ältesten Gewerbe der Welt«. Manchmal bestehen Fahrgäste darauf, nicht nach »Berlin-Mitte«, sondern unbedingt in die »Mitte von Berlin« gefahren zu werden. Dann bringt er sie zum »Flächenschwerpunkt in den Grenzen von 1996«. wie auf einer kleinen Tafel an der Kreuzberger Alexandrinenstraße zu lesen ist. »Kiefernnadeln verdecken fast die Schrift, ein Vogel hat draufgekackt und ein Hund darunter. Besonders am Abend ist es hier wie ausgestorben: im Hintergrund der Sportplatz von BSC Agrispor und rechts eine geschlossene Grundschule.« Der Tourist sagt dann meistens: »It’s all dead«, und Hannemann stimmt zu: »›It’s all dead‹, wiederhole ich schließlich bekräftigend, ›nix los hier, alles kaputtschikato!‹ Oft habe ich im Anschluß eine fette Tour zurück zum Flughafen Schönefeld.«

Heute liest Hannemann aber erstmal Berlin-unmittig in der Buchhandlung »SoSCH« in den Gropius-Passagen, Johannisthaler Chaussee 301.
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(jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 07.05.2009, Seite 13, Feuilleton

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