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Berlin auf Distanz zu US-Plänen

Berlin. Zwei Wochen vor dem NATO-Gipfel ist das Bundesverteidigungsministerium auf Distanz zu US-Plänen gegangen, die afghanischen Sicherheitskräfte massiv aufzustocken. »Wir müssen Afghanistan zunehmend den Afghanen überlassen und kleinere Brötchen backen«, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt (CSU) der Bild am Sonntag. »Wir müssen uns aber davon verabschieden, daß wir dort nation-building betreiben und unsere Strukturen eins zu eins übertragen können«, betonte er. Mit Blick auf den Vorschlag der US-Regierung, die Zahl der afghanischen Sicherheitskräfte massiv aufzustocken, sagte Schmidt, »manche« hätten den neuen Begriff der Vernetzung von militärischem und zivilem Vorgehen »nicht weit genug verstanden«.

Der US-Sondergesandte für Afghanistan und Pakistan, Richard Holbrooke, will am heutigen Montag in Brüssel NATO und EU über den bisherigen Stand der US-Planungen informieren. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte dem Tagesspiegel vom Sonntag, er rechne nicht damit, daß die USA auf dem NATO-Gipfel von Deutschland eine weitere Truppenverstärkung fordern werden.
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Am Wochenende kamen in Afghanistan erneut mindestens elf Menschen bei Anschlägen ums Leben.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 23.03.2009, Seite 5, Inland

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